Stefanie: "Singen ist Silber, Schweigen ist Gold"

Nach vier Monaten Pause geht Sängerin Stefanie Heinzmann (20) wieder auf Live-Tour. Obwohl die Walliserin das Singen über alles liebt, träumt sie vom Schweigen – im thailändischen Kloster.

Freitag, 17. April in Einsiedeln SZ. Ganz kribbelig sitzt Stefanie Heinzmann auf dem Sofa im Ziegelei Club. Das erste Konzert ihrer Live-Tour steht an: «Ich habe keine Ahnung, was ich zu meinen Fans sagen soll», klagt die 20-Jährige. «Auf der Bühne bin ich so schüchtern, dass mir spontan nie etwas einfällt.»

Kaum zu glauben, denn neben der Bühne sprudeln die Wörter nur so aus der zierlichen Walliserin he­raus. «Eigentlich plappere ich zu viel», gesteht sie. «Deshalb habe ich extrem Lust, nach der Tour ein paar Wochen gar nichts mehr zu sagen.»

Wann und wo, weiss sie bereits ganz genau: nächstes Jahr in einem thailändischen Kloster. «Dort will ich schweigen und meditieren», sagt sie. «Beim Singen gebe ich viel von mir preis. Beim Schweigen kann ich in mich gehen. Ein faszinierender Gegensatz.»

Die Echo-Preisträgerin spricht aus Erfahrung. Im letzten Oktober verordnete ihr der Arzt wegen einer Stimmbandentzündung ein siebentägiges Redeverbot. «Diese Woche fand ich voll geil. Ich konnte total abschalten, obwohl viele Leute um mich herum waren», erzählt die Sängerin begeistert.

Bei so viel innerer Ruhe wurde der Castingshow-Gewinnerin bewusst, wie viele unsinnige Dinge sie normalerweise äussert. «Ich kommunizierte nur mit Schreibblock und Stift», erzählt sie.

«Dabei wurde mir bewusst: Nicht jeder Gedanke ist es wert, aufgeschrieben zu werden.» Dieser geistige Müll, Gedanken, die niemandem etwas bringen, nennt sie salopp «Hirnkotze».

Während Stefanie von einer Reise in den Fernen Osten träumt, will sie von einem musikalischen Ausflug in den Weiten Westen nichts wissen – zumindest nicht zurzeit. «Das Ausmass, welches eine Kar­riere in den USA mit sich bringen würde, macht mich nervös», erklärt sie.

Zudem rechnet das Gesangstalent damit, dass sie in einem Jahr sowieso der Vergangenheit angehört. «Ich habe wirklich Angst davor, denn ich bin nun einmal ein Castingprodukt», sagt sie. Deshalb geniesse sie jetzt ihre Konzerte, die Aufnahmen zu ihrem zweiten Album und hofft, dass es ewig so weitergehe. «Und wenn nicht, gehe ich ganz einfach ins Kloster!»

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