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Vorschläge für Stefanies neues Album gesucht

Stefanie Heinzmann sucht Ideen

Stefanie Heinzmann sucht Ideen

Gut gemeint ist die Idee ja: Stefanie Heinzmann fordert ihre Fans dazu auf, inhaltliche Vorschläge für ein neues Album zu machen. Einige davon dürften bald im Abfallkübel landen.

In Stockholm entsteht derzeit das neue Album von Stefanie Heinzmann. Inhaltliches dürfen die Fans mitbestimmen, wie die Sängerin auf Instagram schreibt. Tobson96 schlägt vor, dass Heinzmann über die «Freiheit bei Roadtrips» schreiben könnte. Ein weiterer User meint: «Vielleicht darüber, dass es menschlich ist, Fehler zu machen. Und dass man nicht alles machen muss, was andere von einem erwarten.» Natürlich könnte die Walliserin auch etwas machen «über das, was kommen wird», wie jemand anderes orakelt.

Manche werden gar richtig philosophisch: «Ich glaube, ich würde übers nächtliches Wachliegen schreiben, übers Erwachsensein, übers Alleinsein, über Druck oder übers Tanzen, über Heimat und Heimkommen.» Schön. Andere reagieren mit Augenzwinkern: «Über e Rägewurm, wo d Wäut entdeckt», kommentiert Andi Kopp. Ob Heinzmann dank dieser Vorschläge wieder einen Swiss Music Award holt, so wie hier 2016? Wir werden es sehen respektive hören.

Fast zweieinhalb Jahre ist es her, seit Stefanie ihr letztes Album «Chance of Rain» herausgebracht hat. 39 Wochen lang war es in den Schweizer Charts und kletterte dabei bis auf Platz vier.

Nun feilt die 28-Jährige in Stockholm an einer neuen Platte. Auf Instagram fordert Heinzmann ihre Fans dazu auf, ihr mitzuteilen, worüber sie denn schreiben soll.

Eingegangen sind bis dato ernsthafte, wenn auch nicht sonderlich kreative Vorschläge wie «Weltfrieden» oder «Respekt und Toleranz». Ein User schlägt zudem vor, einen Song über das, «was wirklich zählt», zu kreieren.

Nicht ganz überraschend melden sich bei Heinzmann auch einige einheimische Fans zu Wort: Die Sängerin solle sich doch «Ubär z'Wallis und di hibschu Bäärga, di Triibla und där Schnee» Gedanken machen. Oder wie wäre es mit einem Song über «die Fahrt durch den Lötschberg in die Heimat», wie es jemand anderes wünscht?

Einige nehmen Heinzmanns interaktive Aktion nicht ganz so ernst: Um «Köttbullar und Ikea» soll es auf dem neuen Album gehen, scherzt ein Instagram-User. Und eine Person, die sich Nehls0n nennt, kommentiert: «Essen! Eiersalat z. B. Kuss, du Nuss!»

Heinzmann wird wohl noch einige Köttbullar und Eier brauchen, bis sie die richtigen Songzeilen gefunden hat. Wann ihr neues Album erscheint, ist noch nicht klar.

Stefanie Heinzmann: Neues Album 2018?

Stefanie Heinzmann im Rosenhof

Stefanie Heinzmann im Rosenhof

In Georgsmarienhütte gastiert Stefanie Heinzmann im Rahmen der Reihe "Rosenhof On Tour". Wir sprachen mit der Schweizer Sängerin über Brillen, Tätowierungen, Piercings, Manager und Freizeit.

Stefanie Heinzmann, wenn man Ihre Auftrittstermine zurzeit anschaut, spielen Sie zwar immer mal hier oder dort, aber gehen Sie auch mal wieder regulär auf Tournee?

Ja, wenn mein neues Album herauskommt. Das ist doch das Prinzip: neue Songs aufnehmen, Album veröffentlichen, auf Tour gehen.

Und wann kommt Ihr nächstes Album heraus?

Das weiß ich noch nicht, aber Ende dieses Monats fange ich an, neue Songs zu schreiben.

Wenn man auf die Veröffentlichungsdaten der letzten vier Alben schaut, stellt man fest, dass allein drei im März erschienen. Wird das für das nächste auch zutreffen?

Tja, wenn ich jetzt anfange, neue Songs zu schreiben, werden wir es vermutlich nicht schaffen, das Album bis März 2018 fertig zu haben. Das macht mich ein wenig wehmütig. Obwohl es Zufall war, dass wir oft bis März fertig wurden: Es war immer ein guter Zeitpunkt, weil das auch mit meinem Geburtstag zusammenfiel.

Haben Sternzeichen denn eine Bedeutung für Sie?

Nun, ich glaube, dass ich ein typisches Fischekind bin: Supersensibel, perfektionistisch, kreativ, ein offener Mensch. Und wenn mich etwas stresst, suche ich ganz schnell das Weite. Aber ich bin gern Fische. Viele Freunde von mir haben dasselbe Sternzeichen. Wir verstehen uns. Andererseits bin ich aber auch nicht so ein Astrotyp, der wer weiß was in die Sterne hineininterpretiert.

Vor einiger Zeit sah man sie in einem Video ohne Brille. Ist ihre Brille nicht eine Art Markenzeichen?

Ihr Wiedererkennungswert ist vollkommen in Ordnung. Für mich selbst ist es einfach nur eine Brille. Ich sehe halt nichts ohne das Ding. Auf der Bühne habe ich beispielsweise noch nie Kontaktlinsen getragen. Und bei den Dreharbeiten zu dem Video des Songs "In The End" habe ich tatsächlich weder Brille noch Linsen getragen. Da war ich geradezu blind.

Wo wir bei Äußerlichkeiten sind: Lässt das Interesse an Piercings und Tätowierungen im Laufe der Jahre nach?

Bei Piercings finde ich das schon. Das ist einfach nur ein Schmuck. Davon hatte ich früher ganz viel, jetzt nicht mehr. Eigentlich trage ich nur noch den Nasenring. Bei Tattoos ist das anders. Die sind für mich so etwas wie Tagebucheinträge. Da sind viele Erinnerungen auf meiner Haut und ich mag es, diese auf meiner Haut zu tragen. Das hat sich nach Jahren nicht geändert. Im Mai dieses Jahres habe ich mein letztes Tattoo gestochen bekommen. Klar, es gibt Tattoos, die ich mir mit 18 habe stechen lassen und die ich mir heute so nicht mehr machen lassen würde. Aber auch das, was mir mit 18 wichtig war, bleibt – als Symbol. Diese Vergangenheit gehört ja auch zu mir.

Womit verbringen Sie Ihre Zeit, wenn Sie nicht auf Tour oder im Studio sind?

Ich gönne mir eine Pause. Ich habe nach der Veröffentlichung von "Chance Of Rain" gerade zwei ganz wilde, aber auch tolle Jahre durchlebt. Danach hat mich ein wenig die Müdigkeit erwischt. Also habe ich eine kleine Pause eingelegt. Lustigerweise wurde das dann gar keine richtige Pause, weil wir das Management gewechselt haben. Das heißt: Von Januar bis April habe ich im Büro gesessen und mich um meine Buchhaltung gekümmert.

Bisher war doch Ihr Bruder Ihr Manager.

Richtig. Aber ich habe es ihm gegönnt, auch etwas Kreatives zu tun. Acht Jahren war er mein Manager. Mittlerweile wohnt er in Köln und hat dort eine eigene Band: Taken By Giants heißt sie. Claudio weiß aber immer noch über alles Bescheid, was ich mache. Er ist immer der Erste, den ich anrufe, wenn ich einen Rat brauche.

Sie sind auch schon mal bei den Leverkusener Jazztagen aufgetreten. Funktioniert Ihre Musik beim Jazzpublikum?

Das ist zwar Jahre her, aber das ging gut. Eigentlich spiele ich total gerne auf solchen Jazzfestivals, weil die Leute dort zuhören. Ich habe ja richtig gute Musiker in der Band. Wenn mein Gitarrist dann ein Solo spielt, dann spitzen die richtig die Ohren.

Heißt das, dass es Sie bei anderen Festivals stört, wenn die Besucher an der Bierbude stehen und trinken?

Nein, das ist auch völlig in Ordnung. Ich will beides nicht werten. Jeder soll auf seine Art Spaß mit unserer Musik haben.

Bisher sind Sie hier in Osnabrück im Rosenhof aufgetreten, jetzt werden Sie im Rahmen von "Rosenhof On Tour" in Georgsmarienhütte gastieren. Was steht auf dem Programm?

Für unsere Sommertermine sind wir davon abgegangen, vorrangig die Songs vom letzten Album zu spielen. Stattdessen haben wir ein Programm mit den besten Songs aus zehn Jahren zusammengestellt – einen Potpourri aus allen vier Alben. Da sind Songs dabei, die wir gefühlt seit 1000 Jahren nicht mehr gespielt haben. Manche spielen wir genauso wie früher, manche hören sich heute ganz anders an.

Nach welchen Kriterien haben Sie die Songs ausgewählt?

Wir haben die Stücke genommen, die auf der Bühne am meisten Spaß machen. Übrigens sind wir ganz gespannt, wie der Auftritt wird. Wie wir gehört haben, sollen wir dort in einem großen Zelt auftreten.

"Chance of Rain" steigt auf Platz 4 in den schweizer Album Charts ein

Stefanie Heinzmann - Chance of Rain Album Cover

Stefanie Heinzmann - Chance of Rain Album Cover

Airplay- und Album-Charts sind «Chance of Rain» mehr als nur gut gesinnt: Radiostationen und Fans landauf landab finden grossen Gefallen an den neuen Songs und katapultieren das neue Stefanie Heinzmann Album auf zwei Top-Plätze!

Nach dem Einstieg in die offiziellen Schweizer Album Charts landet das neue Album «Chance of Rain» von Stefanie Heinzmann direkt in den Top Ten, genauer gesagt auf Platz #4. Auch auf den heimischen Radiostationen werden Stefanies Songs weiterhin fleissig und gerne gespielt. In den Top 100 Airplay Charts rückt die aktuelle Single «In The End» ebenfalls auf Platz #4 vor, gleich hinter Ellie Goulding, James Bay und Rihanna / Kanye West / Paul McCartney. Das neue Album befindet sich also weiterhin auf dem Vormarsch.

"Chance of Rain" Album Kritik

Von Michael Gasser. Berner Zeitung

Stefanie Heinzmann

Stefanie Heinzmann

Mit ihrer vierten Platte schiesst Stefanie Heinzmann übers Ziel hinaus. Bei ihrer Suche nach dem vollkommenen Sound vergisst die Walliser Sängerin, dass weniger bisweilen mehr ist.

Stefanie Heinzmann hat sich für ihr viertes Album, «Chance of Rain», viel vorgenommen. Sie ging eigens in die grosse weite Welt hinaus, um Songs zu schreiben und an diesen zu feilen. In Nashville, Los Angeles, London oder Berlin suchte sie Inspiration und den perfekten Sound. Das Ergebnis klingt denn auch makellos und abgeklärt und hat nur ein Ziel vor Augen: das Erklimmen der Hitparade.

Den Soul und die Motown-Einflüsse hat die Walliserin aus Visp nicht aufgegeben, aber spürbar gedrosselt. Im Fokus steht jetzt Pop, der nirgends aneckt und so stromlinienförmig ist, dass man ihn kaum mehr wahrnimmt. Wäre da nicht die vielschichtige Stimme Heinzmanns, die Platte fände keine weitere Beachtung.

Die Musikerin, die 2007 durch Stefan Raab und seine Castingshow zum Begriff wurde, mag offensichtlich nicht mehr nur als Powerröhre gelten. Entsprechend finden sich auf «Chance of Rain» viel Midtempo und auch Versuche zur Ballade. Das von einem Astronauten in Aktion handelnde «Closer to the Sun» macht mit ein paar knalligen Beats auf sich aufmerksam, kommt jedoch trotzdem nicht vom Fleck. Und «Waterfall» versucht durch Vielstimmigkeit und mit kühler Elektronik einzunehmen, mutet aber wie ein Liedchen an, das für eine Schüleraufführung konzipiert wurde – ausgesprochen harmlos. Nichts ist schlecht, doch kaum etwas überzeugt. Auf «Stranger in This World» vermengt Heinzmann Afrorhythmen mit Singer-Songwriter-Befindlichkeiten, das ist nett. Und «On Fire» verbindet sie Fetziges mit Understatement und lässt damit kurz aufhorchen, immerhin.

Letztlich gelingt es keinem der Stücke, sich richtig festzuhaken. Geschenkt, dass die Künstlerin über etliches Talent verfügt. Doch nun wäre es auch an der Zeit, etwas aus diesem zu machen. Statt durchschnittliche Kompositionen möglichst kunstfertig zu singen, sollte sich Stefanie Heinzmann lieber nach Songs mit Charakter und dem viel zitierten bisschen Dreck umsehen. «Chance of Rain» ist brav und eine Enttäuschung, weil man spürt: Hier wäre mehr dringelegen, viel mehr.

Das Album erscheint morgen, am 27. März 2015. (Universal)

Details zum neusten Album "Chance of Rain"

Stefanie Heinzmann - Chance of Rain Album Cover

Stefanie Heinzmann - Chance of Rain Album Cover

Seit ihrem 2008er Durchbruchsdebüt „Masterplan“ zählt Stefanie Heinzmann (25) zu den erfolgreichsten, außergewöhnlichsten und mitreißendsten Sängerinnen innerhalb der europäischen Poplandschaft. Mit „Chance Of Rain“ liefert die charismatische Schweizerin nun ein Allwetter-Album ab.

Manchmal gibt es Situationen im Leben, in denen man sich oftmals gar nicht mehr wieder erkennt. In denen man sich selbst fremd geworden und ein Ausweg scheinbar in unendlich weite Ferne gerückt ist. Von Unsicherheit und Selbstzweifeln bestimmte Zeiten, die sich gefühlte Ewigkeiten hinziehen und einem nicht selten das Letzte abverlangen können. Ebenso harte, wie wertvolle Phasen, an denen man jedoch auch wächst und sich weiter entwickelt – unschätzbar wichtige Momente, denen Stefanie Heinzmann mit „Chance Of Rain“ ihr bisher ehrlichstes, offenstes und mutigstes Album widmet.

Unglaublich viel ist passiert im Leben der Pop- und Soulsängerin aus dem Schweizer Wallis, die nun mit ihrem vierten Album einen weiteren wichtigen Schritt in ihrer Karriere vollzieht. Nach unzähligen Platin- und Goldauszeichnungen, ausverkauften Touren, Kollaborations mit Stars wie Tower of Power, Joss Stone, Lionel Richie oder Ronan Keating, zahlreichen Ehrungen wie dem ECHO, dem Swiss Music Award, dem Kids Choice Award sowie der 1Live Krone und nicht zuletzt den Erfahrungen während ihrer Jurorentätigkeit bei den letzten beiden Staffeln von ‘The Voice Of Switzerland’ blickt Stefanie Heinzmann auf ihrem neuen Longplayer „Chance Of Rain“ zurück. Auf gute Zeiten, aber auch auf schlechte Zeiten, die ebenfalls tiefe Eindrücke in den Songs der 26-jährigen Sängerin hinterlassen haben.

Selbstreflektionen während emotionaler Ausnahmezustände waren immer schon der beste Nährboden für die Stücke von Stefanie Heinzmann, die sich auf ihrem neuen Album so verwundbar, gleichzeitig aber auch so stark und im wahrsten Sinne selbstbewusst, wie nie zuvor, präsentiert. „Chance Of Rain“ ist Stefanies vertontes Logbuch von Freud und Leid. Und auch von den bittersüßen Augenblicken, in denen man oft nicht so richtig zwischen diesen beiden gegensätzlichen Emotionen trennen kann. Rückschau, Bestandsaufnahme, aber gleichzeitig auch ein fester Blick nach vorne. „Auch ‘The Voice’ war in den letzten Jahren ein großes Thema für mich“, so Stefanie, die als TVOS-Jurorin erstmals auf der anderen Seite des Musikbiz gestanden hat. „Ich habe dabei auch viel über mich selbst gelernt und einen komplett neuen Respekt vor dem Beruf des Musikschaffenden bekommen. Eine interessante Erfahrung, die sicher auch auf einen gewissen Einfluss auf das neue Album hatte.“

Entstanden sind die Songs von „Chance Of Rain“ in monatelangen Songwritingsessions in Nashville, Los Angeles, London, der Schweiz, Köln sowie Berlin und wurden schließlich in Zusammenarbeit mit fünf Producern in Studios in London, Berlin und Köln aufgenommen. Für Stefanie Heinzmann völlig neue Erfahrungen: Neue Leute, neue Umgebung, neue Inspirationen und nicht zuletzt ganz neue Herausforderungen, denen sie sich erfolgreich gestellt hat. Wagnisse eingehen, die kreativen Fühler in verschiedene Richtungen ausstrecken, sich ausprobieren und schauen, was sich gut anfühlt und was zu ihr passt, so das erklärte Motto ihres vierten Albums.

„Und es sollte Eier haben“, fügt Stefanie lachend hinzu, die sich auf „Chance Of Rain“ deutlich spürbar von ihren Motown-Roots entfernt und hin zu einem sofort ins Ohr gehenden catchy Sound-Mix aus organischem Neo-Soul und elektronischen Elementen entwickelt hat. Modern und geerdet zugleich. „Wir haben diesmal absolut alles anders gemacht, als auf den ersten drei Platten davor. Als Sängerin lerne ich immer noch dazu, entwickele mich weiter und finde mit jedem Album ein wenig besser heraus, wohin die Reise geht. Ich bin noch lange nicht `angekommen` – und das ist auch gut so! Der Begriff `angekommen sein` bedeutet für mich das Ende, Stillstand. Ich habe für mich selbst herausgefunden, dass es gar nicht nötig ist, zwingend irgendwo anzukommen. Das ist das Schöne, das hat mir während der Aufnahmen eine gewisse Ruhe gegeben.“

Die gleiche Ruhe und Gewissheit, dass es im Leben kein Richtig oder Verkehrt gibt, sondern dass alle Erfahrungen ihren Wert besitzen; egal, ob gut oder schlecht. „Chance Of Rain“ ist die gelebte Erkenntnis, dass alles seinen Sinn hat und dass in jedem Hindernis, in jeder Einbahnstraße auch Veränderung und neue Chancen innewohnen – wie auch in der Metapher von der „Aussicht auf Regen“ (der in ihrem Heimatkanton Wallis hoch in den wildromantischen Schweizer Alpen naturgemäß eher selten fällt). „Ich liebe Regen“, fährt Stefanie mit leuchtenden Augen fort.

„Regen bedeutet für mich nichts Unangenehmes, sondern etwas sehr Schönes. Ein Regenschauer wirkt reinigend und hat auch immer etwas von einem neuen Anfang, wenn sich die Wolken langsam verziehen und sich die ersten Sonnenstrahlen in den Pfützen widerspiegeln. Nach einem kräftigen Regenguss sieht die Welt oft ganz anders aus. Es wäre doch langweilig, wenn jeden Tag die Sonne scheinen würde – dann wüssten wir die schönen Tage gar nicht mehr richtig zu schätzen. Gerade in schlechten Zeiten hilft mir der Gedanke, zu wissen, dass irgendwo anders gerade die Sonne scheint.“ Ein Bewusstsein, dass sich auf die eine oder andere Weise durch das ganze Album zieht.

So wie auf dem Opener, der ersten Single „In The End“: Einem sofort mitreißenden Song davon, auf sein Herz zu hören, der mit seinen modernen Beats, dem nach vorne treibenden Piano und Stefanies unvergleichlicher Gänsehautstimme den Ton auf „Chance Of Rain“ angibt. Lange wurde intern diskutiert, welchen der vielen potenziellen Trackkandidaten man als Vorabauskopplung picken sollte. Für Stefanie „ein ganz klares Zeichen, dass ich absolut alles richtig gemacht habe!“ Ungewöhnlich leise, nachdenklich, zurückgenommen und dennoch hoffnungsvoll präsentiert sich Stefanie Heinzmann dagegen auf der introspektiven Ballade „Stranger In This World“, um auf dem vor Lebenslust nur so sprühenden Partytrack „Glad To Be Alive“ die funky Discobässe einzustöpseln und schließlich mit dem hoch ansteckenden „Boxes“ wieder richtig Vollgas zu geben – Stefanies ganz persönlicher Appell an Toleranz und Individualität in diesen oftmals kleingeistigen Tagen.

„Der Text von `Boxes` handelt von den Schubladen, die Menschen scheinbar brauchen, um alles einsortieren und kategorisieren zu können. Ich möchte mich nicht in irgendwelche vorgefertigten Muster pressen lassen, sondern mag es, wie ich bin und wer ich bin. Es hat lange gedauert bis ich das verstanden habe und ich bin immer noch auf dem Weg, mir nicht alle Meinungen, die ich von Außen mitkriege, so zu Herzen zu nehmen. Diese Welt bietet uns so viele Möglichkeiten; hier leben so viele Menschen… Jeder auf seine Art und Weise, die zu respektieren ist!“

Vor einem ähnlich ernsten Hindergrund entstand auch das Lied „Thank You“, das Stefanie ihrem Bruder gewidmet hat. „Ich war zum ersten Mal ganz alleine in Nashville zu Songwritingsessions. Es bedeutet eine große Aufgabe, sich einem Unbekannten zu öffnen und dann noch gemeinsam einen guten Song zu schreiben. Ich lag am Vorabend alleine mit Grippe in meinem Hotelzimmer, habe mich extrem einsam gefühlt und etwas verzweifelt. Man bekommt in diesen Momenten die Chance, zu wachsen und andere Perspektiven wahrzunehmen. Ich habe in den letzten Jahren eines gelernt: Wenn du richtig tief unten bist, dann halte die Augen offen – es gibt so viele wundervolle Dinge, die dir ein Lächeln schenken können!“ Und so repräsentiert „Chance Of Rain“ das gesunde Gleichgewicht zwischen Hell und Dunkel, zwischen Sonnenstunden und bewölkten Momenten mit hoher Regenwahrscheinlichkeit.

Wie auch der Song „Closer To The Sun“ verdeutlicht, in dem es um den einsamen Astronauten geht, der sich auf seine lange, beschwerliche Reise in die unendlichen Tiefen des Alls macht. „Aber dieser Moment, wenn er dort oben angekommen ist, diese kleine, blaue Kugel namens Erde aus der Ferne sieht und der Sonne ein Stück näher ist, muss einfach unglaublich beeindruckend sein. In Songs über gute Zeiten spreche ich immer auch über schlechte Zeiten. Und umgekehrt. Fast alle Stücke auf dem Album erzählen von dieser Balance und davon, dass alles im Leben genau so passiert, wie es gut ist. So beschissen es auch im ersten Moment sein mag. Man denkt in diesen Zeiten, man wäre der einzige Mensch auf der Welt, dem es gerade mies geht und der sein Leben nicht richtig im Griff hätte. Durch meine Musik will ich den Leuten mitteilen, dass das völlig okay ist und dass es uns allen irgendwann so geht. Man muss nur ein wenig Geduld haben, bis sich die Sonne wieder zeigt.“

Das neue Album erscheint am 27. März 2015.