SRF3 Umfrage: Stefanie soll die Schweiz am ESC vertreten

Celine Dion am ESC

Celine Dion am ESC

Der Eurovision Song Contest ist so etwas wie der Microsoft Internet Explorer der Musikwelt. Es ist so einfach, danach zu treten - und das tun viele auch genüsslich! Aber: Der Internet Explorer ist trotz vieler Schwächen nach wie vor der zweitmeist genutzte Web-Browser weltweit. Und ja, dieses Gleichnis hat ein Ziel: Ähnlich verhält es sich nämlich mit dem Eurovision Song Contest.

Beängstigend fanatische Fans, Fremdscham-Momente und zum Brechen überreizte Heile-Welt-Tralala-Duselei: Die Veranstaltung gibt allen Grund, darüber herzuziehen. Dabei geht aber oft vergessen, dass hinter dem Eurovision Song Contest (von nun an ESC genannt) eine der mächtigsten Musik-Promo-Maschinerien der Welt steckt.

Stichwort: Abba und Céline Dion. Beide lancierten ihre Weltkarrieren mit einem Sieg am ESC. In jüngster Vergangenheit schaffte das auch Loreen (2012), welche mit «Euphoria» dank des ESC eine Weile lang weltweit die Charts dominierte (19 Platin- und 2 Goldauszeichnungen!).

Eine Teilnahme am Eurovision Song Contest bedeutet nämlich auch eine europaweite Gratis-Promotion. Kein Künstler mit der gewöhnlich eher geringen Bekanntheit der ESC-Teilnehmer könnte sich diese Werbeaktion selbst leisten. Dank des ESC hagelt es bereits vor dem eigentlichen Event millionenfach YouTube-Streams, zusätzliche Radioairplays und Aufmerksamkeit in zig europäischen Ländern. Das allein spült bereits einen beachtlichen Haufen an Urheberrechts-Geldern in die Künstler-Kasse.

Diesen Sommer habe ich mich zusammen mit knapp 300 Millionen Fussballfans durch das sterbenslangweilige Endspiel Portugal gegen Frankreich gekämpft. Natürlich: Fussball regiert die Welt. Aber: Der ESC folgt dem Fussball knapp auf den Fersen. Die Live-Übertragungen erreichen jeweils 200 Millionen Menschen weltweit. Somit zählt die Musikveranstaltung zu den grössten TV-Shows der Welt.

Zum Vergleich: Den Champions League Final 2016 sahen sich satte 109 Millionen Menschen weltweit an. Nicht einmal ganz grosse Superstars können von sich behaupten, einmal vor 200 Millionen Menschen «live» gespielt zu haben. Wobei sich das «Live» beim ESC einzig auf den Gesang beschränkt.

Der Gesang - eine Tugend, welche die Schweizer Beiträge der letzten Jahre leider jeweils kläglich vergassen. Denn trotz einiger schräger Ausreisser wie Lordi und Chonchita Wurst oder dem grauenhaft aufgesetzten britischen Akzent von Lena Meyer-Landrut gewannen üblicherweise Pop-Darbietungen mit starkem Gesang. Hier sticht der beliebte Vorwurfstrumpf «da muss man nicht singen können» also nicht. Die Siegerbeiträge sind gesanglich stets auf hohem Niveau. Seien das in den letzten Jahren Loreen, Måns Zelmerlöw oder Emmelie de Forest. Und ja, sogar die Wurst überzeugte stimmlich mehr als jeder Schweizer Beitrag der letzten zehn Jahre.

Kein Wunder also, hat sich auch das SRF 3-Publikum bei einer Umfrage für eine der stärksten Schweizer Stimmen ausgesprochen: Stefanie Heinzmann. Und das wäre wohl nicht einmal so verkehrt.

Stefanie wirbt für schweizer Gemüse

Stefanie Heinzmann wirbt für schweizer Gemüse

Stefanie Heinzmann wirbt für schweizer Gemüse

Die neue Online-Werbekampagne des Verbands Schweizer Gemüseproduzenten heisst "Mit Schweizer Gemüse gross geworden". Gezeigt werden Prominente im Kindesalter, wie sie damals Gemüse gegessen haben. Danach folgt ein kurzes Statement. Als Botschafter wurden Schauspielerin Melanie Winiger, Sängerin Stefanie Heinzmann und Schwinger Stucki Christian engagiert. Heinzmann sagt beispielsweise: „Warum Gemüse aus dem Ausland kaufen, wenn man zu Hause leckere und frische regionale Produkte erhält.“

Die Kampagne mache darauf aufmerksam, dass Schweizer Gemüse gesund sei, täglich auf den Teller gehöre und dass die Konsumentinnen und Konsumenten auf die Herkunft achten sollten, heisst es in einer Mitteilung des Verbands Schweizer Gemüseproduzenten. Schweizer Gemüse stehe für Qualität, Saisonalität und kurze Transportwege.

Die Spots laufen alternierend vom 19. September bis am 16. Oktober 2016 auf allen Social Media-Kanälen des Verbandes Schweizer Gemüseproduzenten, online auf der Website, auf den grossen Medienportalen als Kampagne sowie auf den Kanälen der prominenten Botschafter.

Stefanie trifft Roger Federer

Stefanie Heinzmann mit Roger Federer

Stefanie Heinzmann mit Roger Federer

Endlich! Am Gerry Weber Open in Halle fand das wohl am heißesten ersehnte Treffen am Donnerstag abseits des Centre Courts statt: Die Sängerin Stefanie Heinzmann konnte zum ersten Mal ihrem Landsmann Roger Federer die Hand schütteln. Vor allem Heinzmanns Vater Albi ging als Sieger vom Platz.

Der ist nämlich riesiger Federer-Fan und war eigens mit nach Halle gereist, um den Schweizer Superstar einmal live zu erleben. Doch es kam noch besser: Familie Heinzmann durfte nach dem Spiel mit zur Pressekonferenz, anschließend unterhielten sich die Schweizer noch privat ein bisschen. »Mein Vater guckt ganz viele Spiele von Roger Federer im Fernsehen«, erzählte die 27-jährige Sängerin vor dem Treffen. Sie selbst schaue zwar so gut wie kein Fernsehen, und auch die Nationalitäten der Spieler seien ihr eigentlich egal. »Bei ihm bin ich aber irgendwie stolz darauf, Schweizerin zu sein.«

Ulm: Stefanie rockt das Zelt

Stefanie Heinzmann begeistert Ulm

Stefanie Heinzmann begeistert Ulm

In der Helene-Fischer-Bastion des Schlagerlandes Deutschland gibt es einen Lichtblick und der kommt aus der Schweiz: Stefanie Heinzmann. Stimmgewaltig und authentisch singt sie sich mit völlig kitschfreien Liedern die Seele aus dem Leib und erobert mit ihrer Persönlichkeit die Herzen der Menschen – so wie bei ihrem Auftritt im Ulmer Zelt vor 1200 begeisterten Besuchern.

Das Publikumsinteresse in und um Ulm hätte noch gut und gerne ein zweites Konzert im Zelt vertragen. Kein Wunder: Heinzmann ist mal Rockröhre, mal Souldiva und kann auch eine gefühlvolle Balladensängerin sein, der man abnimmt, wenn sie ihrem Publikum im rappelvollen Zelt zwischen den Songs ihr Herz ausschüttet über die Höhen und Tiefen ihres Lebens, das auch nicht immer nur ein Traum ist. Diese offene, erfrischende und herzliche Art kommt beim Publikum an und es quittiert die menschenfreundliche Liebeserklärung an das Publikum mit berührendem Applaus.

Gleich mit dem Intro des Abends, "On Fire", zeigt Stefanie, wo es im Ulmer Zelt aber hauptsächlich lang gehen soll: Auf der rockigen, souligen Überholspur, dass man zeitweilig glaubt, glückselig eine Harley Davidson durch das Zauberland der Musik zu steuern. Dieses fetzige Stück ist aus dem vierten und letzten Album von Stefanie, an dem auch in amerikanischen und englischen Studios gefeilt wurde.

Im englischsprachigen Raum ist die 27-jährige Schweizerin keine Unbekannte mehr, seit sie mit dem englischen Top-Star Joss Stone und der Legende Lionel Richie aufgetreten und mit Tower of Power auf Tournee gegangen ist.

Die Sängerin ist auf dem Weg nach ganz oben und das, ohne sich jemals verbogen zu haben. Die Brillenträgerin steht zu ihren auffälligen Tattoos, hat einen Künstlernamen abgelehnt und betont bei jedem Konzert ihre Liebe zu den Menschen, aber auch zu ihrer Heimat in Visp im Schweizer Kanton Wallis. Dort ist Stefanie Heinzmann nicht nur mit den grünen Wiesen und grauen Bergen aufgewachsen, sondern – durch den Bruder heftig inspiriert – mit Soul, Rock und Reggae. Der entdeckte auch früh die Qualitäten ihrer Stimme. Mit der lieferte das Schwesterchen dann 2005 den "Walliser Hit des Jahres" ab. Danach ging die Post ab: Bei Stefan Raabs Casting-Wettbewerb in seiner Fernsehshow TV total setzte sie sich 2007 mit Soul- und Funkklassikern in der telefonischen Abstimmung der Zuschauer als erste Schweizerin in einer deutschen Casting-Show gegen ihre Mitwerber durch. Das war der Anfang einer bisher märchenhaften Karriere, von jedem Album zum anderen wurde die Sängerin reifer, am 21. Februar 2009 erhielt sie den Echo-Preis als beste Künstlerin in der Kategorie Rock/Pop und eine Goldene Schallplatte für ihren Hit "My Man is a Mean Man" . Wenn sie mit dem Publikum im Ulmer Zelt von den Tiefen ihres Lebens erzählt, dann ist das kein aufgesetzter Gag, sondern Wahrheit: 2009 und 2010 musste die junge Sängerin sämtliche geplanten Tourneen absagen, weil sie sich einer Stimmlippenoperation unterziehen musste.

Die Songs im Ulmer Zelt sind ein Potpourri ihrer vier Alben, bei denen das Publikum begeistert mitsummt und wippt. Das reicht von urwüchsigen Motown-Soul-Gefilden bis zum aktuell angesagten Neo-Soulpop. Was konnte man an Erinnerung mit nach Hause nehmen? Dieses Lächeln einer entspannten Sängerin, ihre mal raue, mal engelsgleiche Stimme, die flankiert wird durch eine tolle Band inklusive Background-Sängerinnen, die punktgenau den Soulfaktor ablieferten, den Stefanie Heinzmann vorgibt. Und dann diese Single "Diggin In the Dirt" von Stefanie, die im Gedächtnis noch lange wie eine Droge nachwirkt. Ohne Nebenwirkung versteht sich.